Als Erstes müssen Sie dafür sorgen, dass jede Seite über einen eigenen Schlüssel verfügt und die Gegenseite den öffentlichen Schlüssel oder das Zertifikat der Gegenseite hat. Es empfiehlt sich, auf jedem System einen eigenen Schlüssel nur für VPNs anzulegen.
Wenn Sie auf dem Intra2net System mehrere VPNs einrichten, müssen Sie nicht für jede Verbindung extra einen eigenen Schlüssel anlegen: Sie können einen eigenen Schlüssel für alle VPNs verwenden. Nur von jeder der Gegenstellen benötigen Sie natürlich den öffentlichen Schlüssel.
Erstellen Sie daher am besten ein Zertifikat für VPNs wie in Abschnitt 47.2.1, „Zertifikat erstellen“ beschrieben.
Weitere Details zur Schlüsselverwaltung finden Sie im 45. Kapitel, „Schlüsselmanagement“.
Eine auf dem Intra2net System konfigurierte Verbindung gilt für die Verbindung zwischen einem Client und einem Netz hinter dem Intra2net System. Möchten Sie vom Client auf mehrere Netze hinter dem Intra2net System zugreifen, können Sie einfach mehrere Verbindungen konfigurieren. Achten Sie darauf, für jede dieser Verbindungen immer dieselbe Kombination an Schlüsseln/Zertifikaten zu verwenden. Nutzen Sie dafür am besten die Schaltfläche "" und passen die kopierte Verbindung dann an.
Im Menü "" können Sie VPN-Verbindungen im Intra2net System konfigurieren.
Wenn Sie eine neue Verbindung manuell konfigurieren möchten, wählen Sie "".
Stellen Sie die Optionen für die Gegenstelle ein. Die Gegenstelle ist bei einzelnen Rechnern üblicherweise nicht bekannt. Stellen Sie sie daher auf "Dynamische IP (Road Warrior)".
Über das Verschlüsselungsprofil können die verwendeten Verschlüsselungsalgorithmen ausgewählt werden; zu Details siehe Abschnitt 44.8, „Algorithmen“.
Über die Kapselung wird kontrolliert, wie die Pakete für den VPN-Tunnel eingepackt werden. Bei ESP wird die Verschlüsselung und Authentifizierung in eine Hülle eingepackt. Bei ESP+AH werden Verschlüsselung und Authentifizierung separat vorgenommen. ESP+AH kann nicht durch NAT geleitet werden, daher sollten Sie für einzelne Rechner auf jeden Fall ESP verwenden. Diese Einstellung muss auf beiden Seiten der Verbindung identisch sein.
Beachten Sie auch die Einstellung der "". Prüfen Sie, ob Ihr Client IKEv2 unterstützt und wählen dann das empfohlene IKEv2. Ansonsten nehmen Sie IKEv1. Diese Einstellung muss auf beiden Seiten identisch konfiguriert sein und das gewählte Verschlüsselungsprofil muss zur IKE-Version passen.

Wählen Sie den eigenen und den Schlüssel der Gegenseite aus.
Einige Clientprogramme können den Schlüssel des Intra2net Systems nicht von sich aus anfordern. In diesem Fall muss die Option "" aktiviert sein.

Von der Nutzung von Pre-Shared Key für VPN-Clients wird abgeraten.
Einige Clientprogramme bieten bei IKEv1 die Möglichkeit, zusätzlich zu einer Authentifizierung per Pre-Shared Key (PSK) oder Zertifikaten noch Login und Passwort eines Benutzers zu überprüfen. Bei IKEv2 ist diese Variante nicht vorgesehen.
Dies geschieht bei IKEv1 mittels des Protokolls Extended Authentication (XAUTH). Soll dies von Clients genutzt werden, aktivieren Sie die Option "".
Der XAUTH Servermodus fordert jetzt vom Client dieser Verbindung die Anmeldung mit den Daten eines Benutzers, der auf dem Intra2net System Mitglied einer Gruppe mit dem Recht "" ist. Dieses Gruppenrecht können Sie auf der Seite "" vergeben.
Auf der Seite "Tunnel" wird konfiguriert, welches Netz durch diese VPN-Verbindung mit welcher virtuellen Client-IP verbunden wird.
Über den Punkt "" wird das zu verbindende Netz auf Seite des Intra2net Systems gewählt. Wählen Sie bei der Option "" eines der direkt an das Intra2net System angeschlossenen oder gerouteten Netze aus.
Möchten Sie, dass jeglicher Datenverkehr des Clients über das Intra2net System läuft und damit auch von der Firewall und dem Proxyserver profitiert, stellen Sie bei "" die Option "" ein.
Wählen Sie bei "" den Typ "". Wählen Sie eine bislang unbenutzte IP, die auch nicht in einem der Netze des Intra2net Systems oder des Clients liegt. Dies ist die virtuelle IP, die Sie auch im Client eintragen müssen. Verwenden Sie immer 255.255.255.255 als Netzmaske.
Die meisten VPN-Clients können sich ihre virtuelle IP und zugehörigen DNS-Server über die Protokollerweiterung Mode Config automatisch zuweisen lassen. Wenn ihr Client dies unterstützt (z.B. NCP, iOS oder Android, siehe Beschreibung der einzelnen Clients), stellen Sie die Option "" auf "" und tragen die IP ein, die der Client bekommen soll. Als DNS-Server übermittelt das Intra2net System automatisch seine eigene IP.
Bei IKEv1 gibt es Mode Config in zwei verschiedenen Varianten, "Pull-Modus" und "Push-Modus". Hierbei wird ausdrücklich die Verwendung des "Pull-Modus" empfohlen da dieser robuster gegen Störungen ist.

Wurde unter "" ein Netz eingestellt, welches Adressen enthält, die nicht in lokalen oder anderen VPN-Netzen liegen, kann der Client über das VPN aufs Internet zugreifen. Dies gilt insbesondere für die Einstellung "". Da die virtuelle IP normalerweise aus einem privaten Adressbereich stammt, kann sie über die Option "" auf die externe Adresse des Intra2net Systems umgeschrieben werden (NAT). Diese NAT wird nur bei Zugriffen ins Internet aktiv, Zugriffe aufs lokale Netz geschehen weiterhin mit der virtuellen IP.
Die weiteren Optionen der Adressumschreibung (NAT) werden im 54. Kapitel, „Lösen von IP-Adresskonflikten in VPNs durch NAT“ erklärt.
In diesem Menü werden die Rechte des VPN-Clients definiert. Dies betrifft alle Pakete, die vom VPN-Client kommen. Eine Beschreibung der Rechteoptionen finden Sie unter Abschnitt 9.3, „Zugriffsrechte eines Netzwerkobjekts“.

In diesem Menü wird konfiguriert, wann die Verbindung aufgebaut und bestehende Sitzungen verlängert werden. Bei VPN-Clients kann das Intra2net System selbst die Verbindung nicht initiieren. Stellen Sie daher den Start auf "" und verwenden für die restlichen Optionen die vorgegebenen Werte.
Bei IKEv2 kann die MOBIKE-Funktion aktiviert werden. Diese erlaubt dem VPN-Client seine IP-Adresse in einer laufenden Sitzung zu ändern, z.B. beim Wechsel des Verbindungsmediums. Siehe auch Abschnitt 44.7.3.5, „MOBIKE“.
Bei IKEv2 steht zur Auswahl ob die IKE_SA kurz vor dem Ablauf entweder neu authentifiziert oder nur rekeyed werden soll. Bei VPN-Clients empfiehlt sich aus Sicherheitsgründen eine neue Authentifizierung zu fordern. Siehe auch Abschnitt 44.7.3.3, „Neu Authentifizieren vs. Rekeying“.
